Magie Blutmagie

“Alte Praktiken, die nur noch die wilden Arrodo und Verzweifelte verwenden - wozu haben wir denn die Nutzung der Tilalinien wiederentdeckt? Und überhaupt: Sehen sie erst einmal zu, dass sie die Kräfte im Zaum halten können, die ihnen gegeben sind.” — Professor Odir Tallimauna auf die Frage eines Studenten

Das Opfern von Lebenskraft ist tatsächlich eine der ältesten magischen Praktiken, wenn man mehr Kraft benötigt, als man normalerweise handhaben kann. Dabei kommen mehrere Arten von Opfer in Frage: Der Zaubernde selbst, ein oder mehrere willige Gehilfen, unwillige Opfer, auch Tiere und sogar wertvolle Gegenstände. Gegenstände müssen immer vollständig zerstört werden, aber die Kraft von Lebewesen ist groß genug, dass der Blutmagier auch mit einem Teil des kostbaren Lebenssaftes auskommen kann - was besonders von Vorteil ist, wenn es sein eigenes Blut ist. Pro Lebenspunkt, den der Zaubernde selbst opfert, erhält er einen Malus von −1 auf seinen Zauberwurf anstatt des normalen Wundschocks.

Anwender des Taivas (Leitmagie-Nutzer) geraten eher in die Situation (vielleicht unwissentlich), Blutmagie auszuüben: Wenn sie über die Grenze von 0 FP (Erschöpfungspunkten) hinaus weiter göttliche Energie durch sich hindurchkanalisieren, dann werden die Zauberkosten im Verhältnis 1:1 von ihren HP (Lebenspunkten) abgezogen, auch wenn das Blut dann nicht aus einer Wunde, sondern aus Augen, Nase und Ohren fließt. Ansonsten hängt es von der angerufenen Wesenheit ab, ob sie diese Blutopfer wohlwollend annimmt oder eher verärgert reagiert. Falls die höhere Wesenheit mit Blutmagie keine Probleme hat, wird sie gehandhabt wie bei Magiern auch.

Essenzmagier, also Nutzer der Tila, können sich im Rahmen ihrer Zauber selbst blutende Wunden zufügen oder andere Lebewesen zur Ader lassen und die freiwerdende Lebenskraft anstatt des sie umgebenden Tila-Feldes zum Wirken der Magie nutzen. Dies kostet bei sich selbst Überwindung (Wurf gegen Will) und bedarf generall eines Wurfes auf Thaumatology-5, Ritual Magic-5 oder Theology-5, um korrekt ausgeführt zu werden. Für diese Fertigkeiten kann auch eine Technik namens Sacrifice (Tech/A) gelernt werden (default-5, max. skill+3): Gewisse Leute sind einfach deutlich besser im Opfern als in diesem ganzen zugrundeliegenden Theoriekram!

Ein “ordentlich” dargebrachtes Opfer (Ritual von mindestens 10 Minuten und erfolgreicher Wurf) erbringt dann Energie im Wert von (IQ × HT oder HP, was immer höher ist) bei intelligenten Wesen oder (IQ × HT oder HP, was immer niedriger ist) bei Tieren oder 1 Energiepunkt pro 10$ Wert von unbelebten Gegenständen. Bei verzauberten Gegenständen wird zusätzlich bei der Zerstörung 1/10 ihrer Erschaffungskosten frei, bei Lebewesen mit magischen Vorteilen (d.h. Magery, Power Investiture oder Vorteile mit entsprechendem Power Modifier) Energie in Höhe der CP-Kosten dieser Vorteile. Der Spielleiter kann für metaphysisch besonders wertvolle Opfer (“reine” Kinder oder Jungfrauen, Herrscherinsignien, etc.) darüber hinaus Bonus-Energie veranschlagen. Die Energie steht nach Ende der Opferung so lange zur Verfügung, wie das Ritual selbst andauerte, vorausgesetzt, der Magier verlässt den Ritualplatz nicht. Ansonsten verflüchtigt sie sich innerhalb von 3W6+2 Sekunden. Die Energie kann mit einem Zauber wie Pentagram, der Magie einschließt, nahezu unbegrenzt aufbewahrt werden - allerdings kann ein Magier aus dem intakten Pentagramm auch nicht herauszaubern, also sind die Anwendungsgebiete limitiert.

Auf die Schnelle ein Huhn? Ein Opfer, das “kurz und dreckig” dargebracht wird, benötigt nur 1 Sekunde (und einen erfolgreichen Sacrifice-Wurf), falls sowohl Messer als auch Opfer bereits zur Hand sind — dafür muss der zu speisende Zauber direkt in der darauf folgenden Runde begonnen werden.

Zuletzt geändert am 17.10.2015 18:22 Uhr