Götter und Entitäten

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Es gibt in den Pylae nur zwei Götter: Die “Göttlichen Geschwister” Amalay und Okun. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere übernatürliche Wesenheiten und Dinge, sogenannte Entitäten:

  1. Die Göttlichen Geschwister
  2. Genien (Orts- und Naturgeister)
  3. Dämonen (verdorbene Genien)
  4. Feyin (Feen)
  5. Ahnenschatten (Geister)

Die Göttlichen Geschwister

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Es gibt in den Pylae nur zwei echte Götter: Amalay und Okun, die den Prinzipien Schöpfung und Vernichtung entsprechen. Ihre Priester, die Berührten, sind die einzigen, die wahrheitsgemäß behaupten können, “den Göttern” zu dienen.
Alle anderen haben lediglich Pakte mit (teils mächtigen) Geistern getroffen. Gerade Tiergeister werden oft als Totems um Schutz oder Hilfe angerufen… und mischen sich ebenso oft auf ihre eigene Art und Weise ein.
Die Taipuisa verhandeln ausschließlich mit Naturgeistern und halten es für keine gute Idee, die Aufmerksamkeit der Schöpfungsprinzipien durch Gebete auf sich zu lenken, auch wenn sie sie natürlich als ihre Schöpfer anerkennen.

Da die Priester Amalays und Okuns tatsächlich Kontakt zu ihren Gottheiten haben, gibt es in der breiten Bevölkerung keine Zweifel darüber, ob es diese gibt oder ob sie die einzigen Götter sind - selbst andere höhere Entitäten werden dies, wenn auch teils widerwillig, eingestehen. Die Göttlichen Geschwister mischen sich allerdings nur selten in die Belange der Sterblichen ein – wenn sie es tun, dann aber immer so, dass es die Welt grundlegend verändert und alles Bisherige aus der Bahn wirft. Deswegen betet man nicht nur darum, dass ihre Priester (die Berührten) einem helfen mögen, sondern auch darum, dass die Götter selbst sich (Bitte!) heraushalten.

Aufgrund der relativ seltenen Einmischung der Götter hat nahezu jeder Priester allerdings eigene Ansichten darüber, was sie “eigentlich” wollen. In vielen Gebieten der Pylae gibt es allerdingt eine mehr oder weniger strukturierte Kirche mit einem theoretisch die Deutungshoheit besitzenden Rat der höchsten Priester – und unzählige Prediger und Schamanen, die das nicht weiter interessiert, solange keine Kriegsorden in der Nähe sind. In bestimmten Fragen haben Amalay und Okun jedoch auch schon (durch die die spektakuläre Auslöschung der betreffenden Prediger samt allem, was zufällig eine halbe Meile um sie herum stand) klargestellt, was sie bestimmt nicht gesagt haben.

Die allgemeine Meinung lautet, dass Amalay und Okun gegensätzliche Geschwister seien, die wissen, dass sie nicht ohneeinander existieren können und die Notwendigkeit und Schönheit des jeweisl anderen verstehen. Daher versuchen sie, die Welt in einem gesunden Gleichgewicht aus Entstehen und Vergehen zu halten.

Uneinigkeit besteht über das vermutete Geschlecht der „Göttlichen Geschwister“: Sie gelten insbesondere in patriarchalischen Gesellschaften als Brüder, aber da beide Gottheiten sowohl in männlicher als auch weiblicher Gestalt erscheinen, sind sich die Gelehrten weitgehend einig, dass die Götter über solchen Sachen wie Geschlecht stehen. Sie werden daher beliebig als “er” oder “sie” aufgefasst - je nachdem, um welches Thema es geht und welches Geschlecht in der jeweiligen Kultur eher mit der Thematik zu tun hat. Einzig die Sprache der Taipuisa hat neben männlich, weiblich und sächlich ein ätherisches grammatisches Geschlecht für Götter und andere körperlose Wesen herausgebildet und ihnen eigene Pronomen zugewiesen.

Für eine extremere Ansicht zu Amalay und Okun siehe das Imisén-Volk der Tungusén.

Genien

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Genien, auch Geister oder Totems genannt, sind spirituelle Repräsentationen und Verkörperungen von Orten und Lebewesen.
Eine Übersicht der Genien findet sich hier.

Jeder Fluss hat seinen Flussgeist, jeder Berg seinen Berggeist, selbst Städte können Stadtgeister hervorbringen - wenn es ein tatsächliches Gefühl der Zusammengehörigkeit, Identität und Solidarität unter den Bürgern gibt, einen “Lokalstolz”, wenn man so will. Jede Tierart und viele Pflanzenarten haben übergreifend einen Genius, der sie in metaphysischem Sinn repräsentiert, aber besondere Exemplare können zusätzlich ihren eigenen Genius haben.

Diese Verkettung der Geisterwelt mit der physischen Welt macht selbst vor den Mitgliedern der Voelker nicht halt: Jedes Individuum kann einen eigenen Genius haben, auch wenn ein gewisser Zusammenhang mit dem Selbstbewusstsein, der Willensstärke und dem Bekanntheitsgrad - der Reputation - der Persönlichkeit gesehen wird. Unklar ist, ob die Geister aus dem Nichts entstehen, weil viele Sterbliche ihnen Bedeutung beimessen oder ob schon vorher existierende Entitäten sich einer bedeutsamen Sache annehmen und mit ihr verschmelzen.

Normalerweise besteht eine Wechselwirkung zwischen einem Genius und dem, was er repräsentiert: Der Genius spiegelt die typischen Merkmale und den Zustand (Gesundheit, Sauberkeit, physische und mentale Stabilität) des Repräsentierten wieder - seine Essenz.
Wenn ein klarer Fluss versumpft, werden auch die Persönlichkeit und die Kräfte des Genius düsterer und heimtückischer, wenn eine Stadt das Verbrechen und die Korruption besiegt, die Straßen reinigt und den Handel belebt, wird auch ihr Genius freundlicher und mächtiger. Die Geister vollziehen diese Entwicklungen aber langsamer und widersetzen sich der Veränderung, so dass ein guter Genius einem zerstörten Ort neues Leben einhauchen kann, während ein böser Genius in einem vom Bösen befreiten Ort noch lange unheilvoll spuken kann.

Genien vergehen in der Regel mit dem, was sie repräsentierten. Manchmal jedoch kann ein Genius den Tod des physischen “Ankers” überstehen - das, was viele für die Geister der Toten halten, die Ahnenschatten (s.u.), sind in Wahrheit die Genien der Verstorbenen, die nach deren Tod fortbestehen und die ihre Kraft beispielsweise aus der Verehrung der Nachkommen oder aus dem Willen beziehen, eine unerledigte Aufgabe zu Ende zu bringen. Daher trifft der Begriff “Schatten” auf diese Geister weit eher zu als “ruhelose Seelen”, denn es handelt sich lediglich um Abbilder.

Im Gegenzug heißt das, das beispielsweise Usvakynsi (Nebelklaue), der Genius aller Rauchparder (und aller kulturell als “rauchparderisch” betrachteten Eigenschaften!) weit mächtiger ist als Usvatassu (“Nebelpfote”), der Genius der Rauchparder im Gruavalbecken oder als die Genien einzelner regional bekannter Rauchparder. Der Genius eines einzelnen Parders mag eine oder zwei Generationen überdauern, Nebelpfote wird erst vergehen, wenn schon lange kein Bewohner mehr im Gruavalbecken lebt, der Schauergeschichten über ihn erzählen kann und Nebelklaue muss sein Ende erst fürchten, wenn Rauchparder weltweit in Vergessenheit geraten sind.

Dämonen

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Dämonen sind Genien, deren physische Grundlage dauerhaft verheert, vergiftet, essenzmagisch korrumpiert oder anderweitig zerstört wurde und die von der Veränderung nicht vernichtet wurden, sondern in grauenhafte, wahnsinnige Schatten ihrer Selbst verzerrt wurden.

Die “Oberfläche” überhalb der Pylae ist voll von Dämonen, die von der großflächigen Zerstörung durch die Xuktcha-Kriege übrig geblieben sind und die hasserfüllt alle Lebewesen zerreißen, die sie zu Gesicht bekommen.

Die Götter selbst haben verfügt, dass die Dämonen nicht von selbst in die Pylae hinab steigen können. Dennoch läßt die Formulierung des Banns es zu, dass Sterbliche sie hinabbringen oder herabrufen… und dumme, leichtsinnige oder selbstüberschätzende Sterbliche gibt es überall.

Eine Übersicht der höheren Dämonen findet sich hier, niedere Dämonen finden sich im HomeBestiarium unter BestiariumDaemonen.

Feyin

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Die Feyin (/faɪ̯ən/; Sg. Fey, Feye /faɪ̯/, /faɪ̯ə/) sind Wesen, die in den Blendwelten zu Hause sind, zusammenhängenden Reichen zwischen der physischen Welt, den Traumlanden und der Geisterwelt, die alle drei Sphären überschneiden. Die Blendwelten gelten in der Forschung mal als eigenständige Sphäre, mal als bloße “Globulen” - vergängliche Blasen, die zwischen den dauerhaften Sphären entstehen und wieder verschwinden.

; Adelsränge der Feyin

König / Königin (Majestät)
Herzog / Herzogin (Hoheit)
Fürst / Fürstin (Durchlaucht)
Graf / Gräfin (Erlaucht)
Baron / Baronin (Hochgeboren)
Ritter / Edle (Wohlgeboren)

Alle Titel werden mit “des Sommers” bzw. “des Winters” ergänzt, Anreden mit “sommerliche” bzw. “winterliche”.

Allen Rängen bis auf König/-in kann ein “Qualifikator” vorangestellt werden, der den Stand feiner differenziert, z.B. Holzfürst (hölzerne Durchlaucht), Schreckensfürst (schreckliche Durchlaucht), etc. - allerdings scheint selbst unter den Feen Uneinigkeit zu bestehen, welche dieser Titel welche anderen Titel ausstechen.

Feyin rechnen sich selbst entweder dem lebenszugewandten “Sommerhof” oder dem todesnahen “Winterhof” zu, die jeweils von einem Königspaar beherrscht werden. Es scheint eine sehr strikte Hierarchie mit einer Vielzahl von Adels- und Ehrentiteln zu geben, selbst die niedersten bekannten Feyin bezeichnen sich jedoch als “Ritter” oder “Dame” (siehe Box: Adelstitel der Feyin).

Eine Übersicht der “intelligenten” Feyin findet sich hier, tierhafte Feenwesen finden sich dagegen im HomeBestiarium und BestiariumFeyin.

Ahnenschatten

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Ahnenschatten sind (manchmal verzerrte) Spiegelbilder verstorbener Personen. Tatsächlich handelt es sich nicht um die Seelen der Toten, sondern um Genien (s.o.), die die Person möglicherweise während ihres Lebens entwickelt hat, die aber vielleicht auch erst im Augenblick ihres Todes entstanden sind. Entsprechend der Todesumstände können Ahnenschatten ehrenvoll und hilfsbereit sein, geradezu autistisch eine bestimmte Aufgabe verfolgen oder hasserfüllt alle als ihren vermeintlichen Mörder angreifen.

Eine Übersicht bekannter Ahnenschatten findet sich hier.

Zuletzt geändert am 02.07.2016 17:45 Uhr